Den eigenen Respekt bekommt man nicht von Anderen.

Na auf was bin ich den hier gestoßen? Ein Pirat bloggt über seine Probleme mit einem Artikel einer Frau, die sich über den Begriff “Friendzone” aufregt und darin geradezu ein Missbrauch von Frauen erkennt. Gelesen habe ich den Artikel überhaupt weil “Piratenpartei” und “Frauen” eine ziemlich heikle Sache sind, warf doch neulich die Emma der Piratenpartei offen vor, dass sie Frauen verbannen und unterdrücken würde. Bei genauerer Betrachtung kam ich jedoch zu dem Schluss dass hier alt gediente feministische Kampftruppen das Thema des Geschlechterkampfs irgendwie aufrecht erhalten wollten, ungeachtet der Tatsache dass es so etwas bei den Piraten gar nicht gibt, weil allein die Idee des Kampfes zwischen den Geschlechtern den meisten Piraten völlig absonderlich ist und man sich viel lieber als Individuen und Menschen begreift.

Mit diesem Hintergrundwissen ist es interessant, wenn man nun die beiden Blogeinträge liest. Zum einen Andis “Feminismus und das Friendzone Phänomen” und zum anderen den Blogeintrag auf den er Bezug nimmt:: Paulas “Nein heißt NEIN! – oder FriendZone my Ass!” Dazu ist mir spontan noch etwas eingefallen, nämlich ein nettes Video in dem es um die Frage geht ob Männer und Frauen eigentlich Freunde sein können. Eine uralte Frage, die eigentlich längst beantwortet sein könnte. Das Video erstaunte mich dann doch.

Selbst mal angenommen, das Video ist rein konstruiert, so kommt es mir ziemlich wahr vor und erklärt ganz gut, wie die Sache läuft: Typischerweise wollen Frauen das Problem einfach nicht sehen, weil es (seien wir mal ehrlich) ganz praktisch ist und doch auch ganz angenehm. Man kann das natürlich als eine Form von Spiel betrachten und sofern beide bereit sind das als Spiel zu betreiben, kann es ja ganz prickelnd sein. Aber dennoch bleibt es ein Spiel.

Genau genommen ist dieses Friendzoning in etwa das Gegenteil zum Männer/Frauen-Bild das man in zahllosen James Bond Filmen präsentiert bekommt. Auch dort läuft ein Spiel ab, aber es funktioniert ein wenig anders und die Frau sieht sich hier als Opfer. Aus dieser Opferrolle heraus ist der Feminismus, ganz zu Recht, entstanden. Er hat sich jedoch zu einem Selbstzweck weiterentwickelt und überlebt seit längerer Zeit jegliche konträren Einflüsse durch die Realität. Denn gleich wohl es immer noch Machos gibt, so ist das nicht dominierende Szenario. Denn auch Männer sind inzwischen damit aufgewachsen, dass es ungerecht sei Frauen so wie James Bond zu behandeln und machen es einfach nicht mehr. Nur damit begehen sie den nächsten großen Fehler, denn sie versuchen es den Frauen recht zu machen, statt sich (wie James Bond) einfach mal “zu nehmen” was sie begehren.

Und jetzt kommt das für was mich jede althergediente Feministin hassen wird: Es ist nicht so, dass Frauen wirklich wollen, dass man ihnen alles recht macht und sie genau das bekommen was sie sich wünschen. Das klingt komisch, aber es ist so. Die Wahrheit liegt, wie bei fast allem, nämlich in der Mitte. Ein NiceGuy der immer nur nett ist und darauf wartet, sich den Wünschen der Frau anzupassen, ihr dennoch treu ergeben ist, ist schlichtweg nicht beliebt und allenfalls dazu prädestiniert als Vasalle in die Friendzone abgeschoben zu werden. Bei allem Respekt und aller Nettigkeit muss der Mann auch sein eigenes Ego bewahren, denn schlussendlich ist es das was die Frauen schon an James Bond doch so gebliebt haben. Nur wäre ein wenig mehr Verbindlichkeit hier doch sehr schön gewesen. Und nichts anderes spricht letztlich Paula hier aus, wenn sie nicht verstehen kann, warum der Mann der Frau die Schuld gibt.

So kann man Männern nur sagen: Das Ego gegen unendlichen Aufopferungswillen einzutauschen ist eine doofe Idee. Insbesondere die Angebete wird einem das nicht danken, weil sie begehrt werden will und dadurch etwas bekommen möchte was auch sie begehren kann. Nur will sie eben dabei ein Wörtchen mitreden, genauso wie der Mann, der ein Wörtchen dabei mitreden will, was er alles so mit sich machen lässt.

Dabei allerdings brauchen gerade die sensiblen Frauen wohl ab und an mal den Holzhammer, denn obwohl mache Empathie hier vorhanden sein mag, sind sie im Bezug auf Verehrer oft komplett blind. Und das liegt nicht selten genau daran, dass sie sich selbst für zu unattraktiv halten und selbst ein Egoproblem haben. Der Mann nun der sie nicht offen begehrt und dies nicht überdeutlich zum Ausdruck bringt, enthält ihr auch noch genau das vor, was sie eigentlich braucht. Und so landet auch die aufgeklärte emanzipierte Frau nur allzu leicht beim erst besten Macho. Dass der dann oft gar nicht so nett ist, stellt sie erst hinterher fest, aber für den ersten Schritt hat es dem netten eben an etwas gefehlt: Der Ausdrucksfähigkeit dass der Mann selbst jemand ist der sich respektiert und dass er die Frau sowohl begehrt wie auch respektiert und dies auch etwas zu bedeuten hat, da diese Zuneigung nicht von irgendwem kommt.

Am Ende bleiben also viele Missverständnisse und Egos die sich am potentiellen Partner ein wenig mehr aufbauen wollen, als dieser dazu bereit sein mag. Der Leitsatz der mir am Ende dazu einfällt ist: “Du musst nicht erst durch den Anderen zu jemand werden, sondern Du bist bereits jemand und genau deshalb kannst Du auch dem Anderen offen zum Ausdruck bringen wie gut Du ihn findest.”

Soviel zur Theorie. Viel Spaß und Erfolg in der Praxis!

UPDATE:
Ein nettes Essay zum Thema bei Spiegel Online Kultur.

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Temporale Verschwörungstheorien

Heute morgen um 6:40 hat mich mein Funkuhrwecker geweckt und ich habe ne ganze Weile gebraucht, mir klar zu machen, dass ich jetzt wohl doch schon aufstehen muss, weil Funkuhren haben halt leider recht auch wenn das innere Gefühl sagt, man könne noch eine Weile schlafen. Und dann bemerkte ich eher zufällig, dass alle anderen Uhren sich verschworen hatten und behaupteten es wäre erst 1:30 und, naja, was soll ich sagen: Ich bin nun an der Verschwörung beteiligt und es hat geklappt. Wir konnten gemeinschaftlich die Welt überzeugen, dass es erst 1:30 war. Ist das nicht cool?

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old squawk, new squawk

Kurzmitteilung

Hinweis zu diesem neuen bzw. zum alten bisherigen Blog!

Ich habe mich entschlossen von Serendipity auf WordPress zu wechseln und dabei einige weitere Umstellungen vollzogen. Die alten Inhalte des unter Serendipity laufenden Squawks kann man (vorerst noch) unter der früheren Adresse finden, während dieser neue Blog von mir unter einer eigenen Subdomain läuft. Ich plane manche Inhalte des alten Blogs zu übernehmen und den Rest irgendwann mitsamt dem alten Blog zu entfernen. Wer im Moment mehr Inhalte sucht, sollte einmal einen Blick in den alten Blog werfen, da dieser neue hier noch ein wenig dünn aufgestellt ist. :-)

 

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