Surviving Titanic – 7 entscheidende Massnahmen

Der Untergang der Titanic jährt sich dieser Tage und überall ist das Thema wieder präsent. Ausführlich ist inzwischen dargelegt wo die Hauptfehler lagen und wie sich Umstände verketteten sodass man Ende diese Katastrophe passierte. Immer wenn ich solche Filme sehe, muss ich darüber nachdenken, welche Lösungsstrategien es gegeben hätte. Werfen wir aber erst mal einen Blick auf die Hauptprobleme. Bemerkenswert dabei sind:

  1. Man hatte bewusst nicht genügend Rettungsboote mit an Bord, da dies das “Design” gestört hätte. Zuviele Rettungsboote am Oberdeck, hätten es überfrachtet und galten insgesamt als unnötig. Denn das Schiff galt ja als unsinkbar.
  2. Das Design der Titanic war revolutionär gut. Das Schiff war wirklich so robust wie kein anderes dieser Zeit. Das genau aber war der Grundstein für die völlige Überschätzung, dass das Schiff somit auch unsinkbar wäre. Das war es natürlich nicht. Es war nur schwerer zu versenken. Man hätte das Schiff dabei ohne Probleme noch deutlich schwerer zu versenken bauen können, sparte es sich aber schlichtweg.
  3. Ein Hauptfeature der Titanic waren die Schotten, durch die das Schiff in mehrere Segmente unterteilt werden konnten. Dies sollte ein Volllaufen verhindern. Die Schotten wurden jedoch nicht konsequent bis ganz nach oben gezogen und die Möglichkeit, dass das Wasser über die “Oberkante” laufen könnte, wurde ignoriert.
  4. Die Titanic hat bewusst eine gefährliche nördliche Route genommen und ist auch nachts mit sehr hoher Geschwindigkeit gefahren, während sie Eisbergwarnungen ignoriert hat. Man hat dies getan um einen Rekord aufzustellen, schon die Jungfernfahrt zu einem Triumph zu machen und dem Kapitän ein Ruhmreiches Ende seiner Karriere zu bescheren. Ein wenig viel war da in eine einzige Überfahrt gepackt worden. Die mangelnde praktische Erfahrung mit dem Schiff und das kompromisslose Ausreizen seiner (theoretischen) Möglichkeiten, klingen eher nach der Erprobung eines Prototypen bei dem nur eine kleine Testmanschaft an Bord ist.
  5. Die Tatsache, dass das Schiff nicht mehr rechtzeitig ausweichen konnte, dann aber mit der Breitseite einmal am Eisberg entlang schrammte, aber sicherlich das letzte Quäntchen Unglück. Hätte man den Eisberg früher gesehen, wäre man langsamer Gefahren oder hätte man den Eisberg frontal gerammt, es wäre zu einem Untergang gekommen. Letztlich war dies jedoch die Komponente Unglück und Unfall, die man nicht im Griff hat. Mit solchen unglücklichen Umständen muss man immer rechnen. Es geht genau darum, trotzdem nicht den kürzeren ziehen zu müssen.

Seit dem ich den Hollywood Blockbuster Titanic das erste Mal gesehen habe, musste ich darüber nachdenken, wo man einhaken könnte um die Sache noch zu einem besseren Ende zu führen. Dabei wäre es ein leichtes bereits deutlich vor dem Unglück einzuhaken. Warum nicht das Schiff besser konstruieren, einen anderen Kurs wählen oder die Seefahrt bei Nacht vielleicht ganz verbieten. Das alles hätte dazu geführt, dass es eine Titanic Katastrophe niemals gegeben hätte.

Selbst die Möglichkeit einfach kein Ausweichmanöver zu fahren,  sondern den Eisberg einfach sehenden Auges frontal zu rammen, wäre eine solche Option. Dann hätte das Schiff auf seiner Jungfernfahrt einen kapitalen Unfall gehabt, wäre aber vermutlich nicht gesunken, sondern nach mehreren Wochen sogar in New York angekommen. Allerdings schwer beschädigt und mit hunderten Toten, die beim Aufprall oder in den vorderen überfluteten Segmenten ums Leben gekommen wären. Grundlage wäre eine moralisch schwierige Entscheidung gewesen, bewusst die Menschen im Bug zu Opfern um den Großteil zu retten, allerdings in der Annahme, dass man sowieso nicht mehr komplett ausweichen könne und das Schiff ein Entlangschrammen nicht überleben könnte. Gemessen daran, wie viele sonstige Fehleinschätzungen es im Vorfeld gegeben hatte, war dies sicherlich keine denkbare Option.

Aber nun nehmen wir doch einmal das Unglück als gegeben an. Die Titanic schrammt wie geschehen am Eisberg entlang. Wasser tritt ein. Die vorderen Segmente laufen voll. Der komplette Schaden und die Auswirkungen werden offensichtlich. Was sollte man tun?

  1.  Der erste, wesentliche und vermutlich schwierigste Schritt war es, sich einzugestehen, dass man kapitalen Mist gebaut hatte und etwas undenkbares passierte, dass der Untergang nicht mehr aufzuhalten war und man alles tun musste um nun das kommende Unglück möglichst zu beschränken. Vermutlich wurde hier wesentliche Zeit verschwendet. Aber erst dadurch wurden alle weiteren Maßnahmen überhaupt möglich. Ab jetzt war das ganze eine Wettrennen, bei dem man das Schiff solange wie möglich über Wasser halten, möglichst viele Menschen koordiniert in Boote bringen und möglichst zügig Hilfe heranbeordern musste. Umso schneller und deutlicher einem das bewusst wurde, umso schneller konnte man die dafür notwendigen Aktionen in Angriff nehmen.
  2. Die Situation musste allen plausibel gemacht werden, in aller Härte, aber mit Lösungsmöglichkeiten. Ja, das Schiff wird sinken und wir müssen uns darauf vorbereiten. Aber, wir werden rechtzeitig gerettet und wir können das Sinken deutlich verlangsamen. Es ist dabei nicht unbedingt besser in einem kleinen Rettungsboot auszuharren, aber die die wir haben, können wir nutzen. Hauptziel ist es jedoch, das Schiff zu stabilisieren, bis andere Schiffe eintreffen. Und diese anderen Schiffe sind bereits auf dem Weg zu uns. Für den schlimmsten Fall, sollte aber jeder eine Schwimmweste an haben und nirgends eingeschlossen sein, wenn das Schiff zu sinken droht. Alle Zugänge müssen ab sofort offen gehalten werden, auch für die Evakuierung durch ein anderes Schiff. Auch wenn einiges davon gelogen sein sollte, wäre das eine klare Lösungsrichtung, auf die man die nachfolgenden Aktivitäten aufsetzen könnte. Eine effiziente Kommunikation die die gesamte Manschaft und alle Passagiere erreichte, war hier entscheidend. Frühzeitig eine deutliche Version der “Wahrheit” zu verbreiten, war entscheidend.
  3. Sobald dem Konstrukteur (der an Bord war) klar wurde, dass das Schiff sich zu weit senken würde, sodass das Wasser über die Oberkante der Trennschotten laufen konnte, war auch eine mögliche Lösung offensichtlich. Es galt dieses Überlaufen möglichst zu verlangsamen oder sogar ganz zu unterbinden. In den Decks oberhalb der Schotten, galt es die Hauptdurchlässe für das Wasser zu verschließen. Mit dem Konstrukteur an Bord, hatte man hier entscheidende Hinweise zur Verfügung, wo dies am effizientesten geschehen konnte. Zwar gab es keine Sandsäcke an Bord, aber auch Mehlsäcke und andere Vorräte können eine Weile einen effektiven Damm bilden. Dabei ging es nicht darum, das Wasser dauerhaft aufzuhalten, sondern den Durchfluss entscheidend zu verlangsamen. Das war nicht nur am ersten Schott möglich, sondern auch am nächsten und übernächsten noch, wurde jedoch immer schwieriger, je mehr Segmente vollliefen und je weiter das Schiff damit unter Wasser kam.
  4. Pumpen, war die nächste Idee. Wenn man schon nicht verhindern konnte, dass Wasser ins Schiff kam, dann könnte man das Wasser vielleicht wieder hinaus bekommen. Selbst wenn technische Hilfsmittel nicht ausreichten so gab es die Chance mit den vielen Menschen an Bord soetwas wie Eimerketten zu improvisieren. Ob das sinnvoll gewesen wäre, war nicht sicher. Es käme darauf an, weiviele Eimer man zur Verfügung hatte. Die Menschen zu beschäftigen, war dabei sicherlich positiv, selbst wenn es nicht viel brachte. Sie aber über Stunden zu ermüden, während sie danach noch weiter um ihr Überleben kämpfen mussten, war sicherlich nicht zielführend. Man hätte es jedoch zumindest versuchen können, allein um sich ein wenig Zeit zu erkaufen.
  5. Bei der Suche nach etwas, das die Titanic schwimmfähig halten hätte können, kam man unweigerlich zu der Frage: Wo war denn der verdammte Eisberg geblieben? Es konnte nicht allzuweit sein. Beim Schein einiger Seenotrakten war er sicherlich zu entdecken. Warum nicht ihn als Schwimmkörper requirieren. Dazu wäre es notwendig gewesen das Schiff wieder näher heran zu bringen und es mit ausreichend starken Tauen oder sogar mit den Bugankern an dem Eisberg zu befestigen. Ein rechts und links um den Eisberg gelegtes große Tau, das ihn mit einer Art Schlinge festhielt und an das Schiff drückte, wäre wohl am vielversprechensten gewesen. Mit den Rettungsbooten hätte man diesen versuch wagen können. Das Tau hätte dabei im Wasser schwimmen können. Man hätte es um den Eisberg herum gerudert, so nah heran wie möglich, in Höhe der Wasserlinie. Dann bis zum Schiff zurück. Oder falls man technisch dazu in der Lage gewesen wäre, zwei Taue auf offener See effektiv zu verbinden, hätte man mit zwei Booten parallel arbeiten können und hätte sich auf der Rückseite des Eisbergs getroffen. Dann hätte man die Taue straff gezogen und verankert und gewartet was passiert. Das sinkende Schiff hätte sich mit etwas Glück in den Eisberg gelegt, dessen weitaus größerer Teil unter Wasser lag und somit ein Durchrutschen des Seils hätte verhindern sollen. Ob das geklappt hätte war unklar, aber wenn man erfolgreich gewesen wäre, wäre dieses Mannöver sicherlich als Heldentat in die Geschichte eingegangen.
  6. Das Managment des Unterganges, hätte man dies nennen können. Alle Massnahmen hätten vermutlich nicht gereicht um den Untergang dauerhaft zu verhindern. Aber es waren mehrere Chancen um das unvermeidliche hinaus zu zögern. Begleitend musste man jedoch weiter denken. Es galt unbedingt möglichst viele Schiffe möglichst gut zu instruieren. Strom war dabei essentiell, ebenso der Funkraum. Hier leisteten Ingenieure bis zuletzt ihr Bestes. Insofern muss man deutlich sagen: Es hätte schlimmer kommen können, denn hier lief schon vieles sehr gut. Ohne diese Komponenten, würde jedoch auch unsere “verbesserte” Rettungsoperation nichts bringen. Die zu Hilfe eilenden Schiffe einzuweisen und Kontakt zu halten, war wesentlich. Gleichzeitig musste man die Kräfte der Menschen einteilen und sie mit Verpflegung bei Kräften halten. Dazu war es wichtig die Vorratsräume zu plündern, solange dies noch möglich war, um Wasser, Zucker, Obst, Saft und dergleichen bereit zu halten. Ebenso trockene Decken und eventuell sogar Brennholz für Feuer. Des weiteren medizinische Ausrüstung für geschwächte und Verletzte.
  7. Vielleicht wäre dennoch der Untergang nicht lange genug aufzuhalten. Im kalten Wasser konnten die Menschen nicht lange überleben. Rettungsboote gab es nicht genug. Aber mit etwas Geschick und bei rechtzeitigem konsequentem Handeln, hätte sich in dem großen Schiff etliches Material gefunden, das man zu improvisierten Flössen hätte umbauen können. Das Schiff sank langsam über Bug. Dort bestand eine gute Option um auch wackelige Flösse vorsichtig zu Wassern. Entscheidend dabei war es, genügend solche Flösse heran zu schaffen um keine Panik und kein Gedränge auszulösen. Und der richtig Moment war wichtig. Ging man zu Früh ins Wasser, musste man dort unnötig lange ausharren. Begann man zu spät damit würde man nicht mehr genug Zeit haben, alle koordiniert zu wassern. In jedem Fall hätte man aber von Beginn der Katastrophe an das Schiff ohne Rücksicht in seine Bestandteile zerlegen müssen. Dazu brauchte es Arbeitsgerät. Feueräxte, Seile und dergleichen. Damit hätte man Tische, Türen, Schränke und auch Stühle umfunktionieren können. Auch Konzertflügel, Deckenpanele und selbst Voratsbehälter in Kombüsen, hätten viele retten können. Hätten von Beginn der Katastrophe an alle verfügbaren Menschen das Schiff nach schwimmfähigen Objekten durchsucht. Es wäre einiges zustande gekommen. Und wenn man wusste, dass das Schiff noch eine gewisse Zeit schwimmen würde und die Retter nicht fern waren, so wäre das ganze Unterfangen auch ein koordinierter Überlebenskampf ohne zuviel Panik, aber mit viel Entschlossenheit geworden.

Wir alle wissen, dass es so nicht gekommen ist. Ob die Vorschläge wirklich realistisch umsetzbar gewesen wären, wird wohl immer ein Geheimnis der Geschichte bleiben.

 

 

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Hört hört …

So vor 15 Jahren war das wohl, als die Webbrowser das erste mal in der Lage waren Sounds direkt abzuspielen. Es gab verschiedene Möglichkeiten und sie funktionierten unterschiedlich gut und niemals in allen Webbrowsern. Aber es war ein Feature das gerne und exzessive eingesetzt wurde, sodass Webseiten einen dann gerne mit plötzlich losbrüllenden Geräuschen traktierten. Entsprechend gab es dann kleine “Banner” mit denen man nicht nur ausdrückte für welchen Browser eine Webseite angeblich optimiert wäre, sondern auch klarstellte dass diese Seite “No Scary Sounds” enthalten würde. Sowohl die Hintergrundgeräusche als auch die Verwendung von Bannern, die einen auf Dinge hinwiesen, die einen sowieso nicht interessierten, war zweifelhaft und sind inzwischen weitgehend verschwunden.

Andererseits lassen sich mit Hintergrundgeräuschen natürlich auch sehr positive Dinge bewerkstelligen, vor allem wenn sie nicht nur verspieltes unnötiges Beiwerk sind und man die Art der Geräusche auf den Verwendungszweck optimiert. Automatisch startende Hintergrundgeräusche sollten wirklich auch Hintergrundgeräusche sein, ähnlich denen wie moderne Computerspiele sie zur Untermalung von Szenerien einsetzen.

Ich habe nun auch einmal den Versuch gewagt und hier unten einen kleinen Flashplayer eingebunden. (Ja sorry, ich sollte einen Banner hinzufügen auf dem steht “Not usable on iDevices”.) Dieser sollte sogar automatisch loslegen und automatisch loopen. Das Soundfile entstammt eigenen Aufnahmen, mit einem recht schnieken Gerät und die Sounds sollten recht übergangslos und unmerkliche Loopübergänge haben.

Wer also an beliebigen Orten und zu beliebigen Tageszeiten ein wenig Geräuschumgebung simulieren will, kann das einfach mal im Hintergrund laufen lassen. Der Effekt ist recht beeindruckend, sobald man erst einmal vergessen hat, dass da nur eine Konserver läuft.

Ich habe für den Anfang mal nur drei aktuelle Beispiele solcher akustischen Desktophintergründe, mit ein wenig Frühlingsgeschmack, hier hinterlegt.

Wenn dieser erste Versuch soweit klappt und sogar schmeckt, gibt es bei Gelegenheit weitere Geräusche und Backgrounds. Wünsche und Anregung gerne hier oder auf einem der anderen Wege als Kommentar.

Frühling, Vögel, Hinterhof, entfernt eine S-Bahn und Flugzeug, ab und an Geräusche von Menschen, Stimmen, Schlüssel, …

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Früher Vormittag in einer kleinen Stadt, Vögel, eine Kirchturmglocke, entfernter Lärm und einige sonstige Geräusche, aber insgesamt eher ein ruhiger Hinterhof

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Ein Wasserfall und damit eher eintönig, aber ein nettes Hintergrundrauschen, wobei Wasserfälle sehr unterschiedlich klingen können. Weitere Varianten ggf. demnächst. :-)

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Alien Eggs

Wer kennt es nicht, das fröhliche Färben der Eier zu Ostern. Um mal ein wenig schlau zu schwätzen: Es ist tatsächlich ein Brauch als die Fastenzeit noch ernst genommen wurde und man die Eier, die man nicht verzehren konnte, farbig markierte, um sie so von ihren frischen Kollegen unterscheiden zu können.

Wie man nun zweifarbige Ostereier der besonderen Art herstellt, zeigt dieses Video. Dabei steht der Überraschungseffekt für den Eierkonsumenten im Vordergrund.

Als Nachtrag zu diesem Video noch ein paar technische Hinweise: Die Ursache für das häufige Platzen und Ausquellen der Eier konnte durch Experimente eingegrenzt werden. Kurzum sind Lufteinschlüsse und Schaumbildung das Problem. Je mehr kleine Luftbläschen ins Ei kommen, umso mehr Druck entsteht beim Erhitzen, sodass die Eimasse herausquilt, sich Hohlräume bilden und das Ei ggf. einfach explodiert. Das ist amüsant, aber wenig zweckdienlich. Außerdem sieht das Ergebnis aus, wie ein glibberiger Schwamm. Mit einigen Verbesserungen im technisch fachlichen Umgang sollte es jedoch möglich sein, die Schaumbildung einzudämmen und bessere Ergebnisse zu erzielen.

Mehr Videos dazu, mit mehr Theorien zu Heidenhühnern und Christisten, wird es jedoch voraussichtlich erst zum Osterfest 2013 geben. Falls dann die Welt noch nicht untergegangen ist.

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Den eigenen Respekt bekommt man nicht von Anderen.

Na auf was bin ich den hier gestoßen? Ein Pirat bloggt über seine Probleme mit einem Artikel einer Frau, die sich über den Begriff “Friendzone” aufregt und darin geradezu ein Missbrauch von Frauen erkennt. Gelesen habe ich den Artikel überhaupt weil “Piratenpartei” und “Frauen” eine ziemlich heikle Sache sind, warf doch neulich die Emma der Piratenpartei offen vor, dass sie Frauen verbannen und unterdrücken würde. Bei genauerer Betrachtung kam ich jedoch zu dem Schluss dass hier alt gediente feministische Kampftruppen das Thema des Geschlechterkampfs irgendwie aufrecht erhalten wollten, ungeachtet der Tatsache dass es so etwas bei den Piraten gar nicht gibt, weil allein die Idee des Kampfes zwischen den Geschlechtern den meisten Piraten völlig absonderlich ist und man sich viel lieber als Individuen und Menschen begreift.

Mit diesem Hintergrundwissen ist es interessant, wenn man nun die beiden Blogeinträge liest. Zum einen Andis “Feminismus und das Friendzone Phänomen” und zum anderen den Blogeintrag auf den er Bezug nimmt:: Paulas “Nein heißt NEIN! – oder FriendZone my Ass!” Dazu ist mir spontan noch etwas eingefallen, nämlich ein nettes Video in dem es um die Frage geht ob Männer und Frauen eigentlich Freunde sein können. Eine uralte Frage, die eigentlich längst beantwortet sein könnte. Das Video erstaunte mich dann doch.

Selbst mal angenommen, das Video ist rein konstruiert, so kommt es mir ziemlich wahr vor und erklärt ganz gut, wie die Sache läuft: Typischerweise wollen Frauen das Problem einfach nicht sehen, weil es (seien wir mal ehrlich) ganz praktisch ist und doch auch ganz angenehm. Man kann das natürlich als eine Form von Spiel betrachten und sofern beide bereit sind das als Spiel zu betreiben, kann es ja ganz prickelnd sein. Aber dennoch bleibt es ein Spiel.

Genau genommen ist dieses Friendzoning in etwa das Gegenteil zum Männer/Frauen-Bild das man in zahllosen James Bond Filmen präsentiert bekommt. Auch dort läuft ein Spiel ab, aber es funktioniert ein wenig anders und die Frau sieht sich hier als Opfer. Aus dieser Opferrolle heraus ist der Feminismus, ganz zu Recht, entstanden. Er hat sich jedoch zu einem Selbstzweck weiterentwickelt und überlebt seit längerer Zeit jegliche konträren Einflüsse durch die Realität. Denn gleich wohl es immer noch Machos gibt, so ist das nicht dominierende Szenario. Denn auch Männer sind inzwischen damit aufgewachsen, dass es ungerecht sei Frauen so wie James Bond zu behandeln und machen es einfach nicht mehr. Nur damit begehen sie den nächsten großen Fehler, denn sie versuchen es den Frauen recht zu machen, statt sich (wie James Bond) einfach mal “zu nehmen” was sie begehren.

Und jetzt kommt das für was mich jede althergediente Feministin hassen wird: Es ist nicht so, dass Frauen wirklich wollen, dass man ihnen alles recht macht und sie genau das bekommen was sie sich wünschen. Das klingt komisch, aber es ist so. Die Wahrheit liegt, wie bei fast allem, nämlich in der Mitte. Ein NiceGuy der immer nur nett ist und darauf wartet, sich den Wünschen der Frau anzupassen, ihr dennoch treu ergeben ist, ist schlichtweg nicht beliebt und allenfalls dazu prädestiniert als Vasalle in die Friendzone abgeschoben zu werden. Bei allem Respekt und aller Nettigkeit muss der Mann auch sein eigenes Ego bewahren, denn schlussendlich ist es das was die Frauen schon an James Bond doch so gebliebt haben. Nur wäre ein wenig mehr Verbindlichkeit hier doch sehr schön gewesen. Und nichts anderes spricht letztlich Paula hier aus, wenn sie nicht verstehen kann, warum der Mann der Frau die Schuld gibt.

So kann man Männern nur sagen: Das Ego gegen unendlichen Aufopferungswillen einzutauschen ist eine doofe Idee. Insbesondere die Angebete wird einem das nicht danken, weil sie begehrt werden will und dadurch etwas bekommen möchte was auch sie begehren kann. Nur will sie eben dabei ein Wörtchen mitreden, genauso wie der Mann, der ein Wörtchen dabei mitreden will, was er alles so mit sich machen lässt.

Dabei allerdings brauchen gerade die sensiblen Frauen wohl ab und an mal den Holzhammer, denn obwohl mache Empathie hier vorhanden sein mag, sind sie im Bezug auf Verehrer oft komplett blind. Und das liegt nicht selten genau daran, dass sie sich selbst für zu unattraktiv halten und selbst ein Egoproblem haben. Der Mann nun der sie nicht offen begehrt und dies nicht überdeutlich zum Ausdruck bringt, enthält ihr auch noch genau das vor, was sie eigentlich braucht. Und so landet auch die aufgeklärte emanzipierte Frau nur allzu leicht beim erst besten Macho. Dass der dann oft gar nicht so nett ist, stellt sie erst hinterher fest, aber für den ersten Schritt hat es dem netten eben an etwas gefehlt: Der Ausdrucksfähigkeit dass der Mann selbst jemand ist der sich respektiert und dass er die Frau sowohl begehrt wie auch respektiert und dies auch etwas zu bedeuten hat, da diese Zuneigung nicht von irgendwem kommt.

Am Ende bleiben also viele Missverständnisse und Egos die sich am potentiellen Partner ein wenig mehr aufbauen wollen, als dieser dazu bereit sein mag. Der Leitsatz der mir am Ende dazu einfällt ist: “Du musst nicht erst durch den Anderen zu jemand werden, sondern Du bist bereits jemand und genau deshalb kannst Du auch dem Anderen offen zum Ausdruck bringen wie gut Du ihn findest.”

Soviel zur Theorie. Viel Spaß und Erfolg in der Praxis!

UPDATE:
Ein nettes Essay zum Thema bei Spiegel Online Kultur.

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Temporale Verschwörungstheorien

Heute morgen um 6:40 hat mich mein Funkuhrwecker geweckt und ich habe ne ganze Weile gebraucht, mir klar zu machen, dass ich jetzt wohl doch schon aufstehen muss, weil Funkuhren haben halt leider recht auch wenn das innere Gefühl sagt, man könne noch eine Weile schlafen. Und dann bemerkte ich eher zufällig, dass alle anderen Uhren sich verschworen hatten und behaupteten es wäre erst 1:30 und, naja, was soll ich sagen: Ich bin nun an der Verschwörung beteiligt und es hat geklappt. Wir konnten gemeinschaftlich die Welt überzeugen, dass es erst 1:30 war. Ist das nicht cool?

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old squawk, new squawk

Kurzmitteilung

Hinweis zu diesem neuen bzw. zum alten bisherigen Blog!

Ich habe mich entschlossen von Serendipity auf WordPress zu wechseln und dabei einige weitere Umstellungen vollzogen. Die alten Inhalte des unter Serendipity laufenden Squawks kann man (vorerst noch) unter der früheren Adresse finden, während dieser neue Blog von mir unter einer eigenen Subdomain läuft. Ich plane manche Inhalte des alten Blogs zu übernehmen und den Rest irgendwann mitsamt dem alten Blog zu entfernen. Wer im Moment mehr Inhalte sucht, sollte einmal einen Blick in den alten Blog werfen, da dieser neue hier noch ein wenig dünn aufgestellt ist. :-)

 

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