Wenn die Flut kommt

Die elende Diskussion:
Kann es ein Verbrechen sein, wenn man einen Dienst benutzt. Wird die alltägliche Verwendung zum Verbrechen, weil sie zeitgleich mit der Nutzung durch Andere erfolgt? Man kann den Gedanken auf alles mögliche adaptieren: Was wenn 20.000 Menschen gleichzeitig U-Bahn fahren? Was wenn 1 Million Menschen gleichzeitig das Licht einschalten oder den Wasserhahn aufdrehen? Woher kann der Unschuldige wissen, dass vielleicht eine Absprache dahinter steht oder ein gemeinsamer Impuls noch viele andere Menschen im selben Moment dazu verleitet. Und was, wenn nach einer Werbung tausende von Anrufern die Nummer wählen, weil die Werbung erfolgreich war. Gibt es wirklich Dienste die man legal gar nicht nutzen darf?

 

Siehe auch den Artikel “Is Clicking a Link a Crime?”
http://www.huffingtonpost.com/2012/01/20/anonymous-attacks-doj-tricks-users_n_1219692.html?ref=technology

 

Wenn nur genügend Menschen gleichzeitig eine Webseite aufrufen, so wird der zugehörige Server unter der Last zeitweise zusammen brechen. Das ist genau das selbe was ein Flashmob verursacht, der mit hunderten Kunden gleichzeitig eine Fastfood Filiale stürmt und versucht den Bestand an Cheesburgern leer zu kaufen. Das System ist für derart große Anforderungen nicht ausgelegt und bricht zusammen. Die Dienstqualität kollabiert bis auf Null hinunter. Andere Kunden die gleichzeitig den selben Wunsch haben leiden darunter, sind aber gleichzeitig ebenso Teil des Problems.

Dasselbe passiert bei der gehäuften Nutzung. So bricht auch das Mobilfunknetz in einer Region zusammen in der auf einmal große wichtige Straßenrouten unpassierbar sind und nun viele tausend Autos mit hohem Informations- und Kommunikationsbedarf versuchen eine neue Route zu ihrem Ziel zu finden, aber defacto in dem Gebiet nur im Stau stehen. Und auch der Stau selbst ist solch eine Überlastung. Eine gesperrte Autobahn oder auch eine Falschmeldung über solch eine Sperre kann einer Denial-Of-Service-Attacke auf ein kleines Dorf gleich kommen.

Immer wenn eine große Zahl an Nutzungen plötzlich gemeinsam auftreten, bricht der normale Betrieb zusammen. Das ist die Natur der Sache und lässt sich nur durch großzügige Auslegung der Kapazitäten und proaktive Steuerung teilweise kompensieren. Ansonsten aber muss man einfach sagen: Lerne damit zu leben. Nichts anderes tun Menschen seit vielen Jahren, wenn sie eine Toilette suchen und gerade eine Großveranstaltung mit vielen Menschen stattfindet. Es ist unangenehm, aber andererseits auch nicht die Schuld einzelner Toilettengänger.

Und wenn das Gerücht besteht eine Webseite wäre offline und sich diese Meldung verbreitet, so werden tausende Menschen just auf diese Seite gehen um herauszufinden ob das wirklich wahr ist. Damit werden sie aber eventuell erst zum Teil des Problems und lösen den Zusammenbruch selbst erst aus. Das klingt absurd aber hat seit langer Zeit einen Namen: “Selbsterfüllende Prophezeiiung.” Und es gibt einen Ort, an dem wir dies schon lange schmerzlich kennen: An den Börsen dieser Welt, die in einem sich selbst anschiebenden Strudel ins Bodenlose stürzen können. Dies allerdings hat auch sehr reale Konsequenzen. Dennoch würde kaum jemand von einem strafrechtlich relevanten Denial of Service Angriff sprechen, wenn ein Broker zu verkaufen versucht, weil die Kurse abstürzen.

Es läuft alles darauf hinaus, wie wir die Welt betrachten und wahr nehmen. Es ist das Ordnungsprinzip, das uns abhanden kommt, wenn typische Dienstleistungen auf die wir uns zu verlassen gewohnt sind, plötzlich durch hohen Nutzungsgrad nicht mehr zur Verfügung stehen. Das rüttelt an unserer Toleranz. Denn es muss doch irgendetwas verkehrt sein, wenn unsere Welt derart aus den Fugen gerät. Jemand muss doch dafür verantwortlich sein. Nur wo will man in dem Gewusel einen Schuldigen finden und doch muss es ihn doch geben, denn wir empfinden es ja als Störung unserer inneren Ordnung. Dass vielleicht diese empfundene Ordnung nur ein Sonderfall war, der keine Allgemeingültigkeit hatte, ignorieren wir dabei. Dass es niemals eine Garantie gab dass die als “normal” empfundene Ordnung allzeit aufrecht erhalten bleibt, schieben wir gedanklich zur Seite und zeigen mit dem Finger auf diejenigen die Teil der Abnormität waren. Genauso wie der Tourist der bei der Fahrt in den Urlaub im Stau steht und sich fürchterlich darüber aufregt warum diese ganzen Menschen hier die Straßen verstopfen würden. Dass er selbst genauso Teil des empfundenen “Problems” ist, wird ihm gar nicht bewusst. Denn derjenige der daheim sitzt, empfindet weder das Problem, noch ist er Teil davon. Es geht ihn einfach nichts an und die Ordnung ist nicht gestört aus seiner persönlichen Perspektive.

Es ist das System das wir missinterpretieren und dem wir falsche Eigenschaften beimessen. Wir denken dass Grundfeste sich niemals verändern können, dass Dinge immer funktionieren müssten. Aber das ist eine selbst geschaffene Lüge, die wir als bequem akzeptieren. Wären wir ehrlich wüssten wir dass nichts sicher ist, was wir nicht sicherstellen. Wenn wir wirklich unbedingt Sicherheit wollen, müssen wir die Vorkehrungen treffen, mit allen Kosten und Konsequenzen und die sind meist viel zu teuer, als das wir das wollen können. Denn Sicherheit heißt nicht Verbote, Kontrolle, Überwachung, Regeln, Restriktionen. Wenn eine besondere Situation eintritt bringt es nichts “Hamsterkäufe” zu verbieten. Viel zielführender wäre es rechtzeitig ausreichende Notreserven bereit zu halten. Nichts anderes versuchen Hamsterkäufer, nur ist die zeitliche Koordinierung für das schlanke Zuliefersystem nicht zu bewältigen. Hätte ein Land genügend Notreserven die bereit stehen, müsste niemand Hamsterkäufe tätigen. Und täte er es doch, würde es das System nicht zusammen brechen lassen.

Das sind armseelige Versuche eine Flut mit Sandsäcken einzudämmen, aber so sieht niemals überlegte Vorsorge aus. Diese muss ihren Blick darauf richten, das notwendige bereit zu stellen, damit auch die Flut passieren darf ohne Schaden zu verursachen. Wir dürfen nicht versuchen die Flut zu verbieten und zu eliminieren, sondern müssen sie als Teil unserer Welt akzeptieren. Und wir müssen unsere Häuser höher an den Hang bauen, dem Wasser mehr Raum geben und unsere Infrastruktur darauf auslegen, dass sie zeitweise überflutet werden kann. Erst durch diese Akzeptanz können wir lernen damit im Einklang zu leben und auch unseren inneren Frieden mit etwas zu finden, das einfach Teil der Welt ist und immer sein wird. So hat auch Noah keine Staumauern und Barrikaden gebaut, sondern eine Arche, denn er wusste, dass er mit der Flut leben musste, so wenig sie ihm auch behagte.

 

flattr this!

Stromausfall in einer lauen Sommernacht …

Ich kann mich noch gut erinnern, an den Stromausfall in der ganzen Innenstadt in einer lauen Sommernacht. Für eine Nacht war die Routine durchbrochen, die Menschen mussten improvisieren, sich auf das wesentliche Besinnen und miteinander in Kontakt treten. Vielleicht stimmen die Gerüchte nicht, dass in solchen Nächten wirklich mehr Kinder gezeugt werden, aber zumindest werden in Ausnahmezuständen wie diesen viele neue Ideen geboren.

Etwas ähnliches könnte uns geschenkt werden durch Streiks anlässlich von SOPA&Co. Die Idee dahinter: Bevor das neue Gesetz zukünftig erlaubt Dienste pauschal abzuschalten, weil es darin zu Urheberrechtsverstößen kam, werden die Dienste als Drohung schon vor ab bestreikt um den Menschen zu zeigen, was ihnen alsbald blühen könnte. Die Diskussionen die sich rund um das ganze Thema seither entspinnen sind durchaus interessant. Zum einen scheint deutlich zu sein, dass die Initiative zu SOPA aus Hollywood kommt. Der Filmindustrie dort geht es überwiegend erstaunlich gut, dennoch wähnt man sich fiktiver Gewinnmöglichkeiten beraubt, durch Erlöse die durch illegal verbreitete Hollywoodstreifen nicht ordentlich erwirtschaft werden können. Zum anderen jedoch wird Google unterstellt, dass es SOPA gezielt versucht in Misskredit zu bringen, da Google wiederum selbst durch Urheberrechtsübertretungen satte Gewinnen einfahren würde.

Das Prinzip dahinter: Man stellt die Plattform bereit, schaltet Werbung darauf und gefüllt wird das ganze unter anderem mit Inhalten an denen andere das Urheberrecht haben. Man nutzt somit indirekt Werke um Gewinne zu erzielen, aber entlohnt die Künstler nicht dafür, da die Inhalte ja von Dritten bereit gestellt wurden. Zwei der Beteiligten machen dabei potentiell einen Gewinn, nämlich der Plattformanbieter durch die Werbeerlöse und der Dritte, der die Inhalte bereit stellt. Der Inhaber der Urheberrechte schaut in die Röhre.

Aber ist die Betrachtung wirklich richtig? Machte Youtube nicht viele Jahre lang Verluste und waren die hohen Datenvolumina nicht ein gigantischer Kostenfaktor, die sonst niemand tragen wollte? Stellt Youtube & Co nicht eher eine Dienstleistung für alle Seiten dar, die mit erheblichen Aufwendungen einher geht und irgendwie gestemmt werden muss und sind Werbeerlöse nicht ein sinnvoller Kompromiss? Ist der eigentliche Gewinner also nun der “Dritte”, als der einfache User, der Inhalte bereit stellt und/oder abruft? Vermutlich, denn auch wenn dessen Vorteile zunächst eher immateriell sind so kann er auf Medien zugreifen die früher unerreichbar waren. Und ist das nicht sehr erstrebenswert: Inhalte, Medien, Kulturgüter zugänglich zu machen für eine Gesellschaft.

Wer könnte ein Interesse haben, das zu verhindern? Der Blick fällt hier auf die Verwerter der Urheber- und Nutzungsrechte. Waren Medien bislang einfach nicht zugänglich und konnten die wenigen Zugangsmöglichkeiten leicht kontrolliert werden, so hat sich das heute grundlegend verändert. Nur fallen nun die natürlich Kontrollpunkte weg an denen man früher die Nutzungszölle erheben konnte. Auf einmal wird die Sache für diejenigen die früher den Markt beherrschten unkontrollierbar. Und was liegt da näher als die neuen Freiheitsgrade und die neuen Schleichwege einfach radikal auszumerzen und zu zu nageln. Zurück zu den alten Kontrollpunkte, zurück zu den alten Machtstrukturen, zurück zu den alten Beschränkungen und Beschränktheiten.

Dass man hierbei auch gleich ganz anderes Porzellan zerschlägt und auch Kommunikations- und Informationswege zerstört ist bei der Überlegung offenbar irrelevant. Um die monetäre Ausbeutung der Verwertungsrechte sicher zu stellen, werden nicht nur Zugangsmöglichkeiten zu Kulturgütern zerstört, sondern eine ganze Gesellschaftliche- und Demokratische Infrastruktur gleich mit. Dürfen privatwirtschaftliche Interessen wirklich höher wiegen als demokraitsch notwendige Prinzipien?

Sind Urheberrechtsverstöße tatsächlich die schwere Kriminalität, für das sich die ebenso schweren Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte rechtfertigen lassen? Ist ein illegal kopiertes File wie ein Raubmord anzusehen? Oder ist es nicht geradezu Blasphemie, wenn man duplizierte Bits, einem menschlichen Leben gleich stellt, da man beides mit dem selben Strafmaß belohnt. Haben wir hier bei rein wirtschaftlich geprägten Betrachtungen, nicht längst jedes Maß für Anstand und Moral über Bord geworfen?

Und wer soll haftbar gemacht werden? Der Endkonsument, der einen Film illegal bereit stellt oder abruft? Der Betreiber des Web 2.0 Softwareportals, das den Austausch ermöglicht? Der Betreiber des darunter liegenden Servers? Der Betreiber des Rechenzentrums und der Datenleitungen? Die Stromanbieter die den Strom liefert und das illegale Sharen damit erst ermöglicht? Gott weil er diese Welt geschaffen hat?
Die Frage klingt absurd, aber wo soll man eine vernünftige Grenze ziehen? Wollen wir vielleicht sogar bewusst jedem eine Teilschuld mit auf den Weg geben, aus der er sich nur rein waschen kann, wenn er schon vorab und proaktiv alle anderen verdächtigt und ans Messer liefert? Wollen wir also wirklich einen neuen Spitzelstaat in dem jeder jeden verdächtigt, anschwärzt und anklagt in der Hoffnung selbst als reine Zeuge am Verbrechen, aus dem Schlamassel heraus zu kommen?

Ist das die neue große Freiheit des Internet und die Freiheit der Märkte? Wie frei sollen Märkte wirklich sein? Und wie frei sollen Informationen, Medien und Kulturgüter wirklich sein und wie sehr wollen wir sie beschränken und weg schließen? Ist es nicht eigentlich das wesentliche Prinzip von Kultur, dass sie gesellschaftlich frei nutzbar, weiterverwertbar, entwickeltbar, rezitierbar und gegenwärtig ist. Wäre somit nicht die erste und wichtigste Forderung dass diese freie Nutzbarkeit von gesetzeswegen auch sichergestellt und garantiert wird. Und wäre es nicht erst dann im zweiten Schritt legitim, für die entsprechende Vergütung zu sorgen, die vornehmlich dem kreativ schaffenden am Ende der Verwertungskette zufließen müsste. Sollte der Staat nicht somit jedem Bürger freie Nutzungsrechte einräumen und jedem Künstler die Freiheit eigene Werke basierend auf bestehenden Werken zu entwickeln, gleichzeitig aber an die Nutzung und Freiheit Mechanismen zu koppeln um die Entlohnung sicher zu stellen.

Und versucht SOPA nicht genau das Gegenteil, in dem es sperrt, verhindert, zerstört, eliminiert, verbietet und beschränkt. Ist das nicht ein völlig destruktiver regressiver Umgang mit wertvollen Kulturgütern? Egal wie nun also die Rolle der Plattformbetreiber sein mag, ist SOPA ein Schrei nach Unfreiheit.

 

 

flattr this!

Was Facebook mit Raucherclubs zu tun hat.

By © 2005 by Tomasz Sienicki [user: tsca, mail: tomasz.sienicki at gmail.com] (Photograph by Tomasz Sienicki / Own work) [GFDL (www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC-BY-SA-2.0 (www.creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia CommonsAuf den ersten Blick mag es nicht auffallen, aber sowohl bei Raucherclubs, wie auch bei Facebook kann man sich wunderbar darüber streiten ob es so was braucht. Es kommt dabei immer nur darauf an ob man Nutzer ist oder sich bewusst gegen eine Nutzung entscheidet. Das Dilemma für die Nicht-Nutzer ist jedes mal dasselbe: Die Nutzer tummeln sich darin und verstehen nicht recht wieso man nicht mit kommen will.

Nun sieht sich der Nicht-Nutzer einem sozialen Dilemma ausgesetzt: Soll er sich seinem sozialen Umfeld anpassen und einfach mitkommen in den Raucherclub und sich dort vollqualmen lassen. Manchen macht das nicht viel aus und sehen es als Toleranz, so lange man zur Abwechslung dann auch mal in Nichtraucher-Clubs geht. Genauso bei Facebook: Man kann ja Mitglied werden und dann auch alle Posts und News von Freunden mitbekommen. Dafür aber könnte der Freund einem auch einfach mal eine gute alte Email schreiben oder zum Telefonhörer greifen.

Aber sollte man das wirklich tun? Sollte man sich dem “Unvernünftigen” anbiedern und mitgehen in die Raucherhölle die einem Schaden zufügt. Oder sollte man Facebook wirklich seine Daten geben, nur damit man erfahren darf, was die eigenen Freunde machen? Ist das nicht völlig gemein und unfair?

Und was sind das überhaupt für Freunde, die einen da einfach versuchen in was mit zu schleifen, was man nicht will. Wieso sind die nicht mal tolerant und verzichten einfach auf Facebook und Raucherlokale. Die müssen das doch nicht unbedingt machen. Das kann mir doch egal sein, wenn die das unbedingt wollen. Die sollen auch mal verzichten. Und wenn sie das nicht wollen, wenn sie das nicht können, wenn sie nicht so vernünftig sind, dann sollen sie aber aber mal müssen. Jawoll! Verbieten sollte man es ihnen! Als illegal einfach zunageln und wegverbieten! Dann darf es keine Raucherclubs mehr geben und kein doofes Facebook. Alles einfach illegal und damit das Problem endlich wegdefiniert. Und die Freunde müssen sich dann auch dran halten. Weil auf uns nehmen sie ja nie rücksichtig, aber so kann man sie zwingen. Und wir sind auch nicht mehr im Dilemma, dass wir ja eigentlich nicht dorthin mit wollen und eigentlich konsequent sein wollen, aber dann vielleicht doch dem sozialen Druck vielleicht wieder nachgeben. Deshalb Verbote von allem was uns sozialen Druck machen könnte.

Denn wo kämen wir denn sonst hin? Soll man etwa die Freunde wechseln, nur weil den das Rauchen wichtig ist und wir ihnen egal sind? Soll ich mein soziales Umfeld aufgeben nur weil dort alle in Facebook jedes intime Detail posten? Das wäre ja etwa so, als würde ich mich von meinen Freunden distanzieren, nur weil sie alle bei der falschen Partei sind und mir dauernd ihre politische Meinung unter die Nase reiben. Die sollen da doch einfach mal still sein und ihre politischen Ideen nicht immer in meine Diskussionen mit einkippen. Das sollte man ihnen verbieten, sich da einfach so vor mir politisch äußern zu dürfen. Überhaupt sollte man alle Parteien einfach verbieten. Wo kommen wir denn dann hin, wenn mich meine Freunde dann nötigen darüber nachdenken zu sollen, wo ich das doch gar nicht will. Wir brauchen endlich mehr und strengere Verbote, gegen all diesen sozialen Druck, den mir meine Freunde da sonst machen!

flattr this!

Natürlich nur rein theoretisch gegen Neonazis

Bizarrer Aufmarsch: 1200 militante Neonazis ziehen durch Magdeburg -
Video – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten

Ich lache laut jeden Politiker aus, der die Bürger auffordert Neonazis in Deutschland keinen Raum zu geben und sich ihnen in den Weg zu stellen. Denn was dieser Politiker nicht ausspricht ist: Leg Dich mit der Polizei an, lass Dich mit Füssen treten, verhaften und setze Dich der Straftverfolgung durch die Behörden aus. Politik versus Polizei. Die Politik ruft öffentlich zum Kampf gegen die Polizei auf?? Das ist doch völlig Lachhaft und Verlogen. Der Dumme ist der Bürger, der sich gegen Neonazis engagiert. Der Betrüger ist die Politik. Und wer ist der Böse? Es scheint, dass die Polizei diese Rolle sehr gewissenhaft ausfüllt. Dabei sollte es doch eigentlich klar sein, das unser aller Problem die Neonazis sind. Wenn die nur nicht immer von Polizisten so energisch unterstützt würden und die Politik wegsieht und sich lächerlich macht. *Kopfschüttel* Seit Jahren immer dasselbe. Da kann auch jede Enttarnung von rechten Terrorzellen und jedes Lippenbekanntnis nichts dran ändern.

Seien wir doch mal ganz offen und ehrlich: Was meint ein Politiker wirklich, der verkündet dass man Neonazis in Deutschland keinen Raum geben dürfe, dass man keinen Meter zurückweichen solle und dass jeder einzelne Bürger in seinem täglichen Handeln gefordert wäre? Die Theorie ist hier offenbar, die breiten Massen der Bevölkerung zu mobilisieren. Nur ab diesem Zeitpunkt zieht sich die Politik gerne zurück. Das trifft zugegeben nicht auf alle Politiker zu, denn manche sind dabei wenn es darum geht sich Nazis in den weg zu setzen. Nur besonders unsere konservativen Strahlemänner üben sich gerne in vereinnahmenden Wortparolen und Ausflüchten und sehen zu, wie ihre eigene Exekutive, deren oberster Dienstherr sie sind, rabiat gegen just die Bürger vorgehen, die das tun, was man eben noch von ihnen verlangt hat: Nämlich Anstand zu zeigen und sich in den Weg zu setzen.

Die Polizei wiederum ist der Arsch der Nation, denn sie soll die Routen von Demonstrationen schützen, egal ob das nun Linke, Rechte, Obere, Untere, Grüne, Schwarze, Rote, Weiße sind. Das ist im Prinzip auch gut so, allerdings sind es hier die Details die einen laut aufstaunen lassen. Wenn Polizei und auch noch der Verfassungsschutz in ausufernder Tatenbereitschaft mit allen erdenklichen MIttel, egal ob legal oder illegal, gegen Gegendemonstranten vorgehen, diese verprügeln, mit Pfefferspray und Wasserwerfern maltretieren, Hunde und Schlagstöcke einsetzen, ihre Handys überwachen, ohne Durchsuchungsbefehl Räume stürmen, die Menschen dort stundenlang gewaltsam halbnackt festhalten und ein ums andere Strafverfahren gegen Menschen anstrengen, die sich als anständige Menschen Neonazis in Deutschland widersetzen, dann darf man schon von Staatsterror sprechen. Der Bürger wird terrorisiert und soll damit gemaßregelt und erzogen werden. Gleichzeitig jedoch zuckt man bei den Neonazis mit den Schultern, cofinanziert Parteien durch dutzende V-Leute, schützt ihre Aufmärsche, erkennt Gefahren nicht und warnt die Neonazis sogar noch, verhindert die Straftverfolgung und sieht ein ums andere Mal zu, wie Neonazis durch Städte marodieren, dort Gebäude angreifen, Menschen mit rassistischen Hassparolen bedrohen und ihre rechtes Gedankengut frei entfalten können.

Klingt unglaublich? Genau das haben wir die letzten Monate in Deutschland jedoch immer wieder erleben müssen, vornehmlich in den neueren Bundesländern und immer wieder in bestimmten Städten. Der Verdacht liegt nahe, dass hier ein systematisches Problem vorliegt. Es ist nicht nur der individuelle Polizist der in (vielen) Einzelfällen eben mit den braunen Uniformen liebäugelt. Es ist ein Führungsproblem in der Polizei, bei dem von viel zu weit oben, die falschen Ideale und Aktionen vorgegeben werden und der Staatsdiener am Ende der Kette es willig und entschlossen ausführt, anstatt sich einfach einmal ein wenig dümmer anzustellen als er ist, wenn es darum geht Gegendemonstranten zu maltretieren. Denn dass man sich sehr wohl dumm anstellen kann, wird immer wieder bei der Betreuung von Neonazigruppen bewiesen. Da werden laut Parolen gerufen, die in Deutschland unter Strafe stehen und die Polizei zeigt, wie taub sie ist.

Alles keine guten Zeichen für Deutschland und die Polizei lehnt dabei ihre Vorbildfunktion kategorisch ab. Der Polizist als Vorzeigebürger wird damit unbrauchbar und verkehrt ich zum Gegenteil, dem Antibürger. Eine Rolle unter der dann vor allem die einzelnen Individuen in der Beamtenlaufbahn besonders zu leiden haben, insbesondere diejenigen die eigentlich mit anderen Ansprüchen angetreten sind und die sich bemühen ihr Gewissen und ihre Verantwortung auch im Job nicht auszuschalten.

Versagt hat die Politik und ganz besonders die konservativen Parteien und diejenigen in Regierungsverantwortung. Denn sie verhalten sich widersprüchlich. Widersetzen? Ja oder Nein? Und will der Politiker wirklich, dass sich Bürger offen mit der Polizei Straßenschlachten liefern, nur damit die Gegendemonstranten die Chance bekommen einen Neonazi Aufmarsch auch wirklich verhindern? Gerade diesen Widerspruch lösen Unionspolitiker niemals auf, sondern verstärken ihn gar noch indem sie immer höhere Straßen für Bürger fordern, die sich der Polizei widersetzen. Wer sich einem Polizeigriff entwidet soll für mehrere Jahren in den Knast, denn widerstand gegen die Polizei ist ein schweres Verbrechen. Und dabei sind zwar Polizistenmorde die Trumpfkarte in der Diskussion, aber nie das um was es geht. Denn zum einen ist das Entwinden eines Polizeigriffs und der Mord an einem Beamten etwas fundamental unterschiedliches. Gleichwohl werden munter die Strafen besonders für letztes erhöht. Und zum anderen sind Polizistenmorde in Deutschland weder häufig noch typisch der Bürgerschaft oder linken Szene anzulasten, zumindest nicht in den letzten Jahren. Die Neonaziszene schlägt offenbar auch hier viel stärker durch, als mancher das hätte glauben wollen. Und wie absurd ist das denn wenn die Polizei die Nazis verteidigt, von denen ihre eigenen Leute umgebracht wurden?

Aber zurück auf den Boden der Vernunft. Die Polizei soll Fairness im rechtlichen Rahmen gewähren. Dabei kann es auch passieren, dass sie sich für Ideale ins wirft, die nur indirekt einen Rechtsstaat widerspiegeln. Versagt hat die Politik, die unehrlich ist zu den Menschen und außer Lippenbekenntnissen nichts bietet. Was genau bedeutet es also wohl wirklich, wenn man uns als Bürger aufrufen, dem Gedankengut der Neonazis keinen Raum zu geben und uns ihnen in den Weg zu setzen? Ich kann es nur so erkennen: Wenn es von der CDU oder CSU kommt, dann hat es einfach garnichts zu bedeuten. Es heißt, dass man ein wenig mit Lichtern darauf aufmerksam macht, dass man kein Nazi ist und das blöd findet. Es heißt, dass man sich um Himmels willen blos niemanden in den Weg stellen soll, schön auf die Seite geht um Neonazis durchmarschieren zu lassen und der Polizei nur im respektvollen Abstand begegnet. Und dass wir als Bürger wegsehen, wenn der Staat sich an linken Gegendemonstranten abreagiert. Und dass wir brav die CDU und CSU wählen, die uns sagt dass doch alles in Ordnung ist. So wie sie es uns jahrelang gesagt haben und in ein paar Monaten bestimmt wieder erzählen. Eine schöne Botschaft: “Alles in Ordnung”. Das beruhigt. Das ist angenehm. Dafür wählt man sie doch gerne. CDU/CSU, die Komfortpartei.

flattr this!

SOPA ist schuld …

SOPA ist schuld, dass ich jetzt eine Stunde mit Paradroid Spielen verplempert hab … wie kam das?

  1. Ich hab einen Beitrag über SOPA gelesen
  2. Ich habe mir ein paar Gedanken zu SOPA gemacht
  3. Ich habe SOPA in der Wikipedia nachgeschlagen
  4. Dabei habe ich entdeckt, dass der C64 der Artikel des Tages ist
  5. Ich hab den Artikel kurz durchgesehen und unten nach Emulatoren gesucht
  6. Dabei habe ich den VICE gefunden
  7. Ich bin auf die Webseite des VICE und habe ihn heruntergeladen
  8. Ich habe ihn ausgepackt und gestartet und er funktionierte prima
  9. Nur ist ein “nackter” C64 ohne die entsprechenden Demos und Spiele langweilig
  10. Also habe ich DiskImages von alten spielen gesucht und gefunden
  11. Nämlich vor allem zu Paradroid, das ich früher gerne gespielt habe
  12. Und natürlich musste ich das dann wieder kurz ausprobieren

Wir lernen: SOPA ist böse! ;-)

flattr this!

SOPA – Rücksichtslose Konsequenz

SOPA (Wikipedia)

Was macht man wenn jemand nicht versteuerte Zigaretten und patententrechtlich nicht lizenzierte DVD Player in einem Transporter über die Autobahn fährt?
Das neue SOPA Gesetz hat (im übertragenen Sinne) darauf eine klare Antwort: Man schraubt alle Hinweisschilder die zur Autobahn führen ab, sprengt alle Zu- und Abfahrtsrampen, tilgt die Autobahn aus allen Straßenkarten und pflastert die Autobahn mit Reißnägeln. Das trifft dann vor allem auch Unschuldige, aber ist ja egal. Hauptsache das illegale Treiben wird konsequent gestoppt. Klingt wahnsinnig, aber ist SOPA.

flattr this!

Den eigenen Respekt bekommt man nicht von Anderen.

Na auf was bin ich den hier gestoßen? Ein Pirat bloggt über seine Probleme mit einem Artikel einer Frau, die sich über den Begriff “Friendzone” aufregt und darin geradezu ein Missbrauch von Frauen erkennt. Gelesen habe ich den Artikel überhaupt weil “Piratenpartei” und “Frauen” eine ziemlich heikle Sache sind, warf doch neulich die Emma der Piratenpartei offen vor, dass sie Frauen verbannen und unterdrücken würde. Bei genauerer Betrachtung kam ich jedoch zu dem Schluss dass hier alt gediente feministische Kampftruppen das Thema des Geschlechterkampfs irgendwie aufrecht erhalten wollten, ungeachtet der Tatsache dass es so etwas bei den Piraten gar nicht gibt, weil allein die Idee des Kampfes zwischen den Geschlechtern den meisten Piraten völlig absonderlich ist und man sich viel lieber als Individuen und Menschen begreift.

Mit diesem Hintergrundwissen ist es interessant, wenn man nun die beiden Blogeinträge liest. Zum einen Andis “Feminismus und das Friendzone Phänomen” und zum anderen den Blogeintrag auf den er Bezug nimmt:: Paulas “Nein heißt NEIN! – oder FriendZone my Ass!” Dazu ist mir spontan noch etwas eingefallen, nämlich ein nettes Video in dem es um die Frage geht ob Männer und Frauen eigentlich Freunde sein können. Eine uralte Frage, die eigentlich längst beantwortet sein könnte. Das Video erstaunte mich dann doch.

Selbst mal angenommen, das Video ist rein konstruiert, so kommt es mir ziemlich wahr vor und erklärt ganz gut, wie die Sache läuft: Typischerweise wollen Frauen das Problem einfach nicht sehen, weil es (seien wir mal ehrlich) ganz praktisch ist und doch auch ganz angenehm. Man kann das natürlich als eine Form von Spiel betrachten und sofern beide bereit sind das als Spiel zu betreiben, kann es ja ganz prickelnd sein. Aber dennoch bleibt es ein Spiel.

Genau genommen ist dieses Friendzoning in etwa das Gegenteil zum Männer/Frauen-Bild das man in zahllosen James Bond Filmen präsentiert bekommt. Auch dort läuft ein Spiel ab, aber es funktioniert ein wenig anders und die Frau sieht sich hier als Opfer. Aus dieser Opferrolle heraus ist der Feminismus, ganz zu Recht, entstanden. Er hat sich jedoch zu einem Selbstzweck weiterentwickelt und überlebt seit längerer Zeit jegliche konträren Einflüsse durch die Realität. Denn gleich wohl es immer noch Machos gibt, so ist das nicht dominierende Szenario. Denn auch Männer sind inzwischen damit aufgewachsen, dass es ungerecht sei Frauen so wie James Bond zu behandeln und machen es einfach nicht mehr. Nur damit begehen sie den nächsten großen Fehler, denn sie versuchen es den Frauen recht zu machen, statt sich (wie James Bond) einfach mal “zu nehmen” was sie begehren.

Und jetzt kommt das für was mich jede althergediente Feministin hassen wird: Es ist nicht so, dass Frauen wirklich wollen, dass man ihnen alles recht macht und sie genau das bekommen was sie sich wünschen. Das klingt komisch, aber es ist so. Die Wahrheit liegt, wie bei fast allem, nämlich in der Mitte. Ein NiceGuy der immer nur nett ist und darauf wartet, sich den Wünschen der Frau anzupassen, ihr dennoch treu ergeben ist, ist schlichtweg nicht beliebt und allenfalls dazu prädestiniert als Vasalle in die Friendzone abgeschoben zu werden. Bei allem Respekt und aller Nettigkeit muss der Mann auch sein eigenes Ego bewahren, denn schlussendlich ist es das was die Frauen schon an James Bond doch so gebliebt haben. Nur wäre ein wenig mehr Verbindlichkeit hier doch sehr schön gewesen. Und nichts anderes spricht letztlich Paula hier aus, wenn sie nicht verstehen kann, warum der Mann der Frau die Schuld gibt.

So kann man Männern nur sagen: Das Ego gegen unendlichen Aufopferungswillen einzutauschen ist eine doofe Idee. Insbesondere die Angebete wird einem das nicht danken, weil sie begehrt werden will und dadurch etwas bekommen möchte was auch sie begehren kann. Nur will sie eben dabei ein Wörtchen mitreden, genauso wie der Mann, der ein Wörtchen dabei mitreden will, was er alles so mit sich machen lässt.

Dabei allerdings brauchen gerade die sensiblen Frauen wohl ab und an mal den Holzhammer, denn obwohl mache Empathie hier vorhanden sein mag, sind sie im Bezug auf Verehrer oft komplett blind. Und das liegt nicht selten genau daran, dass sie sich selbst für zu unattraktiv halten und selbst ein Egoproblem haben. Der Mann nun der sie nicht offen begehrt und dies nicht überdeutlich zum Ausdruck bringt, enthält ihr auch noch genau das vor, was sie eigentlich braucht. Und so landet auch die aufgeklärte emanzipierte Frau nur allzu leicht beim erst besten Macho. Dass der dann oft gar nicht so nett ist, stellt sie erst hinterher fest, aber für den ersten Schritt hat es dem netten eben an etwas gefehlt: Der Ausdrucksfähigkeit dass der Mann selbst jemand ist der sich respektiert und dass er die Frau sowohl begehrt wie auch respektiert und dies auch etwas zu bedeuten hat, da diese Zuneigung nicht von irgendwem kommt.

Am Ende bleiben also viele Missverständnisse und Egos die sich am potentiellen Partner ein wenig mehr aufbauen wollen, als dieser dazu bereit sein mag. Der Leitsatz der mir am Ende dazu einfällt ist: “Du musst nicht erst durch den Anderen zu jemand werden, sondern Du bist bereits jemand und genau deshalb kannst Du auch dem Anderen offen zum Ausdruck bringen wie gut Du ihn findest.”

Soviel zur Theorie. Viel Spaß und Erfolg in der Praxis!

UPDATE:
Ein nettes Essay zum Thema bei Spiegel Online Kultur.

flattr this!

Ich habe heute leider meine Kresse vergessen …

Berliner Abgeordnetenhaus – Piratenpartei
Christopher Lauer zur Regierungserklärung 12.1.2012

Wer von Politik genervt ist, das alles sowieso nur für eine große Verarsche hält, den Politikern mal gerne die Meinung sagen würde und denkt, dass die Piraten auch nie was leisten werden, der kann sich hier einmal 8 Minuten lang amüsieren, informieren und emotional einfinden in eine Rede die mir seit langer langer Zeit gefehlt hat in einem Deutschen Parlament und bei der jemand endlich einmal mit seinen eigenen Worten allen sagt was wirklich Sache ist, inklusive der Selbsreflektion wieviel das wohl bringen wird und dennoch, zu Recht, fest davon überzeugt dass es einfach gesagt werden muss. Ich danke ihm dafür.

Mehr von Christopher Lauer gibt es in seinem Blog: http://www.christopherlauer.de/
ebenso seine Rede.

Wer ihn hier zum ersten Mal erlebt, dem mag die Rede ein wenig gehetzt vor kommen. Entscheidend ist jedoch, dass er die richtigen und wichtigen Sachen sagt und er sich, wie er selbst bemerkt, dem Alltagstrott des Berliner Parlamentes nicht unterordnet. Vielleicht kann man nichts ändern, doch auch noch darüber zu Schweigen, wäre keine Lösung sondern nur mehr Resignation. Und von Resignation, und auch das betont er in seiner Rede, hat dieses Parlament schon viel zu viel.

Dass Christopher Lauer hier seine eigenen Worte spricht und in jedem Satz auch das ausspricht und formuliert, was er fühlt und denkt, wurde sehr deutlich. Dass er auch dazu steht, nicht zu den Klassenlieblingen gehört zu haben, ehrt ihn. Und als er sich spontan und laut den Verunglimpfungen und Zwischenrufen entgegen stellt, hat er seinen stärksten Moment in der Rede. Von solchen Momenten können wir uns in Zukunft noch viel mehr erhoffen. Gleichzeitig hat er sich in seiner Rede nicht verzettelt, wie es ihm sonst oft passierte. Er ist nicht mit lustigen Nebensatzreihen auf einer kommentierenden Metaebene stecken geblieben, sondern er hat das was er zu sagen hat durchgezogen in einem zeitlich klar abgesteckten Rahmen. Das ist rund um positiv und macht diese Rede zu einer, die es verdient in ein Kabinett von guten Reden, an die man sich erinnern sollte aufgenommen zu werden.